Sylvia & WHILL – ein Erfahrungsbericht
„Da kommt sie wieder mit ihrem Porsche“
10. Dez. 2025


„‚Der sieht ja gar nicht so behindert aus!‘, das bekomme ich häufiger zu hören, wenn ich mit meinem WHILL unterwegs bin“, erzählt Sylvia. „Ich hoffe ja, dass sich dadurch das Verhältnis der Menschen zu Rollstühlen verändert.“ In ihrer Wohnanlage lässt sie deshalb auch andere ihren E-Rollstuhl ausprobieren – damit diese sich ein Bild davon machen können, wie es ist, damit unterwegs zu sein.
Ein Leben mit Post-Polio-Syndrom
Die 66-jährige Sylvia lebt in einer barrierefreien Seniorenwohnanlage in Frankfurt am Main. Mit zwei Jahren erkrankte sie an Poliomyelitis. Eines ihrer Beine war als Folge dessen gelähmt. Eine Therapie gab es damals nicht. „Der einzige Rat, den meine Eltern bekamen, war: Tragen Sie Ihre Tochter auf dem Arm.“ Das taten sie ein halbes Jahr lang, um ihr die Schmerzen zu erleichtern. Die Lähmung legte sich – doch die Folgen der Erkrankung blieben. Und das zunächst unerkannt.
Alte Krankheit, neue Folgen
Viele Jahre später wurde Sylvia klar, dass die Beschwerden im Erwachsenenalter mit ihrer Polio-Erkrankung zusammenhängen. Der Körper kompensierte lange durch vermehrte Belastung anderer Muskelgruppen. Doch irgendwann ließ die Kraft nach, Schmerzen traten auf, auch Kälteunverträglichkeit und Schlafapnoe kamen hinzu. Die Diagnose Post-Polio-Syndrom brachte schließlich Gewissheit. Rückblickend wurde dann einiges klar: „Als Schulkind wunderte ich mich manchmal, warum ich zum Beispiel keine Klimmzüge schaffte. Ich hatte immer das Gefühl, nicht genug Kraft zu haben.“ Heute weiß sie: Auch das war eine Folge der Erkrankung.
WHILL Model C2 – ein E-Rollstuhl, der viele Möglichkeiten eröffnet
In Koblenz gibt es eine Spezialklinik, die auf Polio-Patienten spezialisiert ist. Sylvia lässt sich dort einmal im Jahr untersuchen, um den Verlauf der Erkrankung zu beobachten. Inzwischen fällt es ihr zunehmend schwer, längere Strecken zu Fuß zurückzulegen, weshalb sie einen E-Rollstuhl verschrieben bekam.
Ein Hinweis aus ihrer Selbsthilfegruppe brachte sie auf WHILL. „Ein Teilnehmer meinte, dass dieser E-Rollstuhl doch gut für mich passen könnte – und das tut er! Der schafft auch Steigungen und fährt problemlos auf festen Waldwegen. Ich bin begeistert!“ Zudem lässt sich der WHILL Model C2 leicht zerlegen, was ihr sehr entgegenkommt. „Ich bin viel unterwegs – da ist das natürlich super.“
Aktiv mit Mobilitätseinschränkung
Sylvia engagiert sich als Stadtverordnete in Frankfurt am Main und ist behinderten- sowie seniorenpolitische Sprecherin. „Ich komme mit dem C2 in jeden Fahrstuhl – und kann mich darin sogar drehen. Und er fährt so leise – das fällt sogar anderen auf.“ Manchmal muss sie sich beim Tempo zügeln, damit Begleiter Schritt halten können. Oder auch, damit sich die Nachbarn nicht erschrecken. „Da heißt es dann: Da kommt sie wieder mit ihrem Porsche“, erzählt sie lachend.
Rollstuhl ist nicht gleich Rollstuhl
Sylvia hat das Gefühl, dass WHILL das Bild von Rollstühlen verändert. Viele reagieren offener – sind aber natürlich auch sehr überrascht, wenn sie plötzlich aufsteht und ein Stück geht. Und eins fällt ihr auch immer wieder auf: „Wenn man sitzt, ist der Blickwinkel ein ganz anderer – besonders in der Natur“, erzählt sie. „Im Herbst fühlt es sich an, als würde man vom Blätterdach eingehüllt.“ Aber auch alltägliche Herausforderungen wie hohe Supermarktregale gehören dazu. „Um Hilfe zu bitten, hat mich mehr Überwindung gekostet, als ich gedacht hätte.“
Mit Humor durchs Leben
Ihren WHILL hat sie mit blauen Seitenteilen bestellt. „Ich habe einen Blau-Tick – da passt er nun natürlich perfekt zu mir und meinem Leben.“ Eine Sache ist ihr noch wichtig: „Man muss ganz viel Humor haben. Sonst wird man grantig. Und das hilft keinem.“
Lust auf eine Testfahrt mit einem WHILL Model C2? Dann vereinbaren Sie gern mit uns einen Termin. Hier gehts zum Kontaktformular.